Der Gesicht Zeigen! – BLOG

Hier findet ihr ausgewählte Texte und Grafiken aus unserer Öffentlichkeitsarbeit – stets politisch relevant, immer aktuell, meistens kritisch. Aber lest selbst!

Hinweis: Die Beiträge sind in chronologischer Reihenfolge von unten nach oben gelistet. Ganz oben findet ihr stets den aktuellsten Beitrag.

02. September 2021

TW: Sexualisierte Gewalt

Im US-Bundesstaat Texas sind ab sofort fast alle Schwangerschaftsabbrüche gesetzlich verboten: ab bereits der sechsten Schwangerschaftswoche und selbst wenn die Schwangerschaft aufgrund sexualisierter Gewalt wie Vergewaltigung oder Inzest entstanden ist. Das besonders Perfide daran: „Für die Durchsetzung der Regeln sind nicht die Behörden verantwortlich, sondern ‚ausschließlich‘ Bürgerinnen und Bürger. Diese werden ermutigt, Zivilklagen gegen Abtreibungskliniken oder deren Beschäftigte einzureichen, die gegen die Vorgaben verstoßen. Im Fall einer Verurteilung erhalten die Kläger mindestens 10.000 Dollar, die vom Verurteilten zu zahlen sind.“ (via DIE ZEIT)

Wir sind zutiefst schockiert von dieser beschämenden Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen und stehen in Solidarität mit allen Betroffenen sexistischer Gesetzesregelungen weltweit! Der eigene Körper und die Entscheidung darüber ist und bleibt Privatsache. Keine Schwangerschaft darf ihn zum Gegenstand öffentlicher Debatten machen, denn um es in den Worten der verstorbenen US-Richterin Ruth Bader Ginsburg zu sagen:

„Die Entscheidung, ob ein Kind geboren werden soll oder nicht, ist von zentraler Bedeutung für das Leben einer Frau, für ihr Wohlergehen und ihre Würde. Es ist eine Entscheidung, die sie selbst treffen muss. Wenn die Regierung diese Entscheidung für sie kontrolliert, wird sie als weniger wert behandelt als ein erwachsener Mensch, der für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich ist.“

Mit der Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen wird den Menschen mit Uterus ihre Autonomie genommen. Im Umkehrschluss sind es Menschen mit Uterus, die über sie, ihre Körper und ihr Leben bestimmen (und im Fall von Texas evtl. sogar davon noch reich werden). Die sogenannte rapeculture, Antifeminismus, Machochismus und Sexismus werden so in unserer Gesellschaft normalisiert und bestätigt. #metoo lässt grüßen.

DAS DARF SO NICHT SEIN! Wir kämpfen deshalb weiter: gegen das Patriarchat – für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung & eine solidarische, feministische Gesellschaft! ✊🏳️‍🌈🧡

Text & Grafik: Julia Kandzia


26. August 2021

Heute vor drei Jahren begannen im sächsischen Chemnitz die gewalttätigen Ausschreitungen eines rechtsextremen Mobs gegen Migrant*innen, Gegendemonstrierende, die Presse und Polizei. Vor allem am 26. und 27. August zog die wütende, rassistische Meute am Rande des Chemnitzer Stadtfests durch die Straßen der Stadt und attackierte gezielt Menschen, die ihnen nicht „deutsch“ genug aussahen. Eine regelrechte Hetzjagd auf BPOC begann, zu denen sich – wie Recherchen von NDR, Süddeutsche Zeitung und WDR nun zeigten – die Rassist*innen vorher in Chats und sozialen Medien verabredet hatten.

Die Reaktion in Politik und Medien: Fassungslosigkeit. Doch war wirklich jemand so richtig überrascht? Denn vor den gefährlichen Folgen der rassistischen Brandstifter*innen von Pegida, #noafd und Co in sozialen Netzwerken, warnen Expert*innen aus NGOs und Zivilgesellschaft bereits seit sehr, sehr langer Zeit. Es hört uns nur leider niemand zu.

Auch auf den Straßen von Chemnitz entlud sich dann vor drei Jahren dieser lang geschürte Hass, an dem die organisierte Rechte schon so lange zündelt. Und der Rechtsstaat? Hat an diesen Tagen aufgegeben. Überfordert und in der Unterzahl nämlich, stehen die wenigen Polizist*innen dem tobenden Mob gegenüber – und lassen die gewaltbereiten Rechtsextremen gewähren. BPOC, Gegendemonstrant*innen, Journalist*innen und Passant*innen fliehen teilweise in Todesangst vor dem unkontrollierten Mob. Nur knapp kann die Polizei die vielen gefährlichen Situationen in diesen Tagen in letzter Sekunde deeskalieren.

Unter dem Motto #wirsindmehr findet als Reaktion auf die Ausschreitungen eine Woche später ein kostenloses Konzert statt, zu dem spontan mehr als 65.000 Menschen aus ganz Deutschland anreisen: In Solidarität mit den Betroffenen von Rassismus und als klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, rechte Hetze und menschenverachtende Gewalt! ✊🧡💯 Auch wir waren am 3. September vor Ort und hatten einige Gänsehautmomente. Doch wir wissen auch: ein Konzert ist noch lange nicht genug! Wir müssen alle täglich aufstehen, solidarisch sein und Gesicht zeigen – gegen Rassismus, gegen Nazis, für uns alle!

Text & Grafik: Julia Kandzia


22. August 2021

Nicht für ein paar Minuten, nicht für ein paar Stunden – nein: für vier ganze Tage hielten die rassistischen Angriffe im August 1992 auf das Wohnheim für Asylbewerber*innen und die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber*innen im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Als ein „Volksfest der Gewalt“ betitelt die Bundeszentrale für politische Bildung diesen Pogrom, an dem sich tausende Anwohner*innen aktiv beteiligten: ob mit rechtsextremen Parolen, tätlichen Angriffen mit Steinen und Brandsätzen oder tosendem Applaus für die gewaltbereiten Randalierer*innen.

Die Rostocker Polizei – überfordert und nicht vorbereitet – knickte vor dem tobenden Mob ein und zog sich komplett zurück, statt die bedrohten Menschen zu beschützen. Sie waren auf sich allein gestellt, während draußen sogar Imbissstände (!) aufgebaut wurden, die die rassistischen Angreifer*innen mit Essen versorgten. Auf dem Gipfel der Ausschreitungen, am 24. August ’92, stürmte die Menge schließlich das Wohnheim, legte Feuer und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die vorwiegend vietnamesischen Bewohner*innen sowie ein Fernsehteam des ZDF konnten – in Todesangst – nur durch einen Zufall ins Nachbarhaus entkommen. Der Mob skandierte derweil ungestört „Wir kriegen euch alle.“

Das Fazit aus diesen ungeheurlichen Angriffen der Politik damals: die Begrenzung der Zuwanderung durch Einschränkung des Asylrechts – dem sogenannten Asylkompromiss von 1992. (Der momentan von CDU und #noafd gern skandierte Satz „2015 darf sich nicht wiederholen“ lässt grüßen…)

Alles, was damals in Rostock Lichtenhagen geschah, ist kaum vorstellbar, unfassbar beschämend und zutiefst schockierend. Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen und Überlebenden rassistischer Gewalt und fordern eine proaktive, ermahnende, konsequente Antirassismuspolitik – denn so etwas darf nie, niemals wieder passieren!

Alle gemeinsam müssen wir zeigen: nicht mit uns. Nie wieder. Kein Vergessen. ✊

Text & Grafik: Julia Kandzia


20. August 2021

„Danke für eure neue Lieferung, true fruit smoothies. Die AfD-Flaschen haben wir aber nicht bestellt, die gehen wieder zurück!“ 🔁

Trinkt ihr manchmal Smoothies? Und wenn ja, auch die vom viel diskutierten Hersteller true fruits smoothies, der auch vor rassistischer und sexistischer Werbung nicht zurückschreckt? 🤢 Dieser „Saftladen“ jedenfalls hat im Zuge des Wahlkampfes eine Smoothie-Serie rausgebracht, auf deren Ettiketten die Wahlprogramme von sechs Parteien abgedruckt sind, u.a. auch das der #noafd. Die Supermarktkette Edeka aber, schickte die „braunen Flaschen“ zurück – versehen mit dem Kommentar „Rechts ist bei uns kein Platz im Regal“ 🙌😍👌💯✊🥳

Für diese nice Aktion küren wir Edeka spontan zur Gesichtzeigern des Monats und danken 🧡-lichst für diese klippundklare Positionierung gegen Rechts! 🏆 Und wo wir schon dabei sind: #noAfD-Flaschen kann keine*r irgendwo gebrauchen – und schon gar nicht im Bundestag! Deshalb am 26. September: #wählengegenrechts ❌

***

UPDATE: Wir wurden darauf aufmerksam, dass unsere frisch gekürte Gesichtzeigerin des Monats Edeka es leider trotz zahlreicher Aufforderungen bisher ablehnt, sich kritisch mit der eigenen Kolonialgeschichte auseinandersetzen. Das finden wir mehr als bedauernswert und fordern die Einzelhandelskette dazu auf, das dringend endlich nachzuholen! Die öffentlichkeitswirksame PR-Aktion gegen die #noafd ist zwar stark, konsequent & glaubhaft seid ihr aber nur, wenn ihr auch selbstkritisch in die eigenen Regale & Reihen schaut.

Text & Grafik: Julia Kandzia


19. August 2021

14 Jahre lang wütete die Nazi-Terrorzelle NSU in Deutschland und ermordete aus rassistischen Motiven 9 Menschen:

Enver Şimşek
Abdurrahim Özüdoğru
Süleyman Taşköprü
Habil Kılıç
Mehmet Turgut
İsmail Yaşar
Theodoros Boulgarides
Mehmet Kubaşık
Halit Yozgat

#keinvergessen 🕯

Nach einem mehr als 5 Jahre andauernden Mammutverfahren, verurteilte das Oberlandesgericht München am 11. Juli 2018 die einzige Überlebende des NSU-Trios – Beate Zschäpe – als Mittäterin zu lebenslanger Haft – obwohl es die Beweislage offen ließ, ob sie selbst an einem der vielen Tatorte anwesend gewesen war. Die Terroristin hatte deshalb im Anschluss Revision gegen das Urteil eingereicht. Dieses wurde jedoch heute vom Bundesgerichtshof (BGH) verworfen. Die lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe und die festgestellte besondere Schuldschwere bleiben demnach bestehen.

Atmet ihr gerade erleichtert durch? Wir auch. Dennoch: Die rassistische Ideologie und rechtsradikalen Abgründe unserer Gesellschaft sind mit dem Niedergang des NSU nicht verschwunden. Im Gegenteil steigen die Zahlen rechtsextremer Gewalttaten, Aktivist*innen, Politiker*innen und Journalist*innen werden im Namen des „NSU 2.0“ bedroht und angegriffen, Rassismus wird immer offener auf der Straße, im Bekanntenkreis und den Medien gezeigt und die rechtsextreme Partei #noafd sitzt schon seit viel zu langer Zeit in viel zu vielen Parlamenten unseres Landes.

Die Machenschaften der Rechten sind eiskalt, ihre Strategien schonungslos, ihre Alliierten mächtig und ihre Anhänger*innen gefährlich.

Insbesonere vor den Wahlen heißt es deshalb für uns alle: unbedingt die Augen, Ohren und Herzen offen halten, füreinander da sein, aufeinander aufpassen und Gesicht zeigen! Gemeinsam und stark stellen wir uns dem Rechtsruck in unserer Gesellschaft entgegen! Solidarisch, intersektional, #unteilbar 🧡

Text & Grafik: Julia Kandzia


15. August 2021

Afghanistan.

Eine weitere, menschengemachte, unfassbare Katastrophe, die jeglichem Verständnis, jeglicher Logik, jeglicher Humanität entbehrt. Das Land und seine Menschen wurden im Stich gelassen. Eiskalt. Es ist kaum vorstellbar, was sie durchmachen müssen, welche Todesängste ihr Leben in den aktuellen Stunden bestimmen und was für ein furchtbares Chaos vor Ort herrschen muss.

Unsere Gedanken sind bei allen Afghan*innen vor Ort und weltweit 🖤❤️💚 Bei den Frauenrechtler*innen, den Ortskräften, den Kindern, den Menschenrechtsaktivist*innen, den queeren und Trans-Personen, den alten Menschen und den Männern, den FLINTA*, den Journalist*innen und all denjenigen, die im Namen der Demokratie und Freiheit jetzt aufgrund der dilettantischen, menschenverachtenden, beschämenden Politik des Westens und der dadurch möglich gemachten Übernahme der Taliban in Todesgefahr sind.

Und wir fordern inständig (!) die sofortige Evakuierung aller Menschen, die deshalb nun aus ihrer Heimat flüchten müssen! Ihr Überleben ist unsere Verantwortung. #leavenoonebehind. Sofort.

Text & Grafik: Julia Kandzia


13. August 2021

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Dass diese Behauptung des damaligen DDR-Staatsratvorsitzenden Walter Ulbrich während einer internationalen Pressekonferenz eine glatte Lüge war, zeigte sich am frühen Morgen des 13. August 1961 in brutaler Realität:  In ganz Berlin wurden die Sektorgrenzen der DDR durch Sicherheitskräfte abgeriegelt, Betonpfähle und Stacheldraht verteilt, die Übergänge versperrt und die Stadt – und ihre Bewohner*innen – in zwei Hälften geteilt: Ost- und West-Berlin 💔

S- und U-Bahnlinien waren auf einmal unterbrochen, Straßenpflaster aufgerissen, Fenster zugemauert, Tunnel geflutet und Menschen auseinandergerissen. Um die vielen Fluchtversuche am Tag des Mauerbaus (und auch danach) zu unterbinden, wurde der Einsatz von Schusswaffen – der sogenannte „Schießbefehl“ – in Fällen des „ungesetzlichen Grenzübertritts“ durch DDR-Grenzsoldaten auf flüchtende Personen erteilt.

Der Grund für den Mauerbau waren u.a. die massiven „Republikfluchten“ zwischen 1945 und 1961, bei denen bis zu 2,8 Millionen Menschen ihre Heimat in der DDR verließen. Mit dem Bau der Mauer und der Verschärfung des Grenzregimes auch außerhalb Berlins sollte diese Abwanderung der Bevölkerung gestoppt werden.

Bis ins Jahr 1989 zog sich die Berliner Mauer mitten durch die Stadt – durch Wohnhäuser, Parks, Friedhöfe, U-Bahnschächte, Straßen, Kanäle und die Spree – und mehr als 28 Jahre lang war sie Schauplatz unzähliger Schicksale. Zwischen 136 und 245 Menschen kamen an der Berliner Mauer oder im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben.

Doch auch die Mauer konnte die Sehnsucht nach Freiheit der DDR-Bürger*innen nicht stoppen und die Massenkundebungen der Bevölkerung sowie ihr Ruf nach mehr Reisefreiheit führten am 09. November 1989 zunächst zur Öffnung und schließlich zum Fall der Berliner Mauer ✊ „Der Drang nach Freiheit, der einst zum Bau der Mauer führte, sollte sie später auch wieder zu Fall bringen“, schreibt der Leiter der #ZDF-Redaktion Zeitgeschichte Stefan Brauburger 🧡

In Berlin wird an über 300 Orten an dieses denkwürdige Datum erinnert und den Opfern der Berliner Mauer gedacht. Alle Infos hierzu findet ihr beim 👉 @museumsportal.

Text & Grafik: Julia Kandzia


11. August 2021

Wusstet ihr, dass der 11. August in den USA offiziell als #HipHopCelebrationDay gefeiert wird? Und zwar, weil eine Party in der South Bronx, New York heute vor 48 Jahren als Geburtsstunde des HipHop gilt 🕺

Was das mit Gesicht zeigen zu tun hat? Sehr viel! Denn HipHop ist seit jeher eine wichtige Form des politischen Protests gegen Rassismus – ursprünglich insbesondere in der afroamerikanischen Musikszene und mittlerweile weltweit. In ihren teilweise weltberühmten Tracks verarbeiten die Rapper*innen die vielen diskriminierenden Erlebnisse ihres Alltags, erzählen von ihren Träumen und Hoffnungen, thematisieren historische Ereignisse wie den weltweiten Sklavenhandel sowie die auch heute noch vielerorts systemisch rassistische Polizeigewalt und stellen immer wieder Bezüge zu den vielen Persönlichkeiten und Struggles ihrer Bewegung her – sei es Marthin Luther King, Malcolm X, das Civil Rights Movement oder #BlackLivesMatter ✊🏿✊🏼✊🏾✊🏻

Für letzteres wurde HipHop zu einer Art Soundtrack, der die massiven weltweiten Protestbewegungen noch weiter anfeuerte, motivierte und immer wieder Trost spendet. Kendrick Lamars Track „Alright“ z.B., der sowohl der afroamerikanischen Community Support spendete als auch eine kritische Botschaft an die US-Regierung und die weiße Mehrheitsgesellschaft enthält. Oder Beyonces Song „Freedom“. NWAs „Fuck da Police“. „Fight the Power“ von Public Enemy. KRS Ones „Sound of da Police“. Oder „FDF“ des Wiener Rappers T-Ser. Beispiele gibt es jedenfalls genug und wir lieben den HipHop dafür! 🧡

Dass es aber auch in dieser Szene Schattenseiten gibt und der HipHop selbst nicht vor Diskriminierung und Unterdrückung gefeit ist, macht z.B. die aktuelle Debatte um #deutschrapmetoo deutlich, die dem expliziten Sexismus, sexualisierter Gewalt und wiederholten Machtmissbrauch innerhalb der Deutschrapbranche den Kampf ansagt. Aber auch wegen homophober Texte, Antisemitismus, kultureller Aneignung oder Rassismus werden Teile der Szene immer wieder kritisiert.

Nice Beispiele im deutschen HipHop haben wir aber natürlich auch für euch 👉 Megaloh, Sookee, Amewu, Sammy Delux, Joy Denalane, Chefket oder die hoe_mis sind nur einige wenige davon.

Wen feiert ihr?

Text & Grafik: Julia Kandzia


09. August 2021

Heute vor einem Jahr, am 9. August 2020, ließ sich der langjährige weißrussische Diktator Alexander Lukaschenko erneut zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklären – trotz gewaltiger landesweiter Massenproteste der Demokratiebewegung und mit diversen umstrittenen Methoden, wegen der seine vermeintliche Wiederwahl international vielfach gar nicht anerkannt wird.

Ihr wollt Beispiele? Davon gibt es leider genug:
❌ Verhaftungen von Gegenkandidat*innen
❌ diverse Manipulationen der Wahl
❌ die massive gewaltsame Unterdrückung der Proteste mit zahlreichen Verletzten
❌ die Infhaftierung von Kritiker*innen
❌ sein Vorgehen gegen Medien und NGOs
❌ die vermeintliche Folter von Inhaftierten
❌ und nicht zuletzt die erzwungene Landung eines ryanair- Fliegers in Minsk, um einen kritischen Blogger festnehmen zu lassen (!!)
Wer weiterhin dagegenhält und auch aus dem Exil in Litauen heraus Gesicht zeigt für ein demokratisches Belarus ist Swetlana Tichanowskaja, die als engagierte Oppositionsführerin und Ehefrau des ursprünglichen Gegenkandidaten zu Lukaschenko – Sergej Tichanowskaja – als eigentliche Gewinnerin der Wahl gilt.

Ein Jahr nach der umstrittenen Wahl hat sie Europa einen Brief geschrieben, der heute bei ZEIT ONLINE veröffentlicht wurde. Wir senden ihr und allen unermüdlichen Kämpfer*innen für die Demokratie – in Belarus und überall sonst – viel Kraft, Liebe und grenzenlose Solidarität! 🧡

Text & Grafik: Julia Kandzia


02. August 2021

Heute ist der europäische Gedenktag für die Opfer des Völkermords an Rom*nja und Sinti*zze. Er erinnert jedes Jahr an die vielen Sinti*zze und Rom*nja, die von den Nationalsozialist*innen – zusätzlich zu den sechs Millionen Jüdinnen, Juden und anderen Minderheiten – in Konzentrations- und Vernichtungslagern getötet wurden. Warum gerade heute? Vor 77 Jahren, in der Nacht auf den 03. August 1944, ermordeten SS-Angehörige im Lager von Auschwitz-Birkenau in kürzester Zeit – und trotz verzweifelter Gegenwehr – über 4.000 verbliebene Sinti*zze und Rom*nja-Gefangene in Gaskammern. Darunter waren vor allem als „arbeitsunfähig“ geltende Kinder, Frauen und ältere Menschen.

Die Gedenkfeier an die bei der „Liquidierung“ des damals sogenannten „Z***lagers“ ermordeten Menschen findet aufgrund der Coronapandemie auch dieses Jahr wieder online statt 👉 www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu. Ehrengästin ist übrigens die 97-jährige Zeitzeugin und Überlebende Zilli Schmidt.

Doch wie ist der Stand für die Community heute? Nicht allzu gut, wie neben dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti*zze und Rom*nja, Romani Rose, heute im Interview mit dem Deutschlandfunk auch viele Aktivist*innen und NGOs immer wieder beklagen. In den meisten EU-Ländern werden Sinti*zze und Rom*nja immernoch unterdrückt, ausgegrenzt und stigmatisiert. Auch in Deutschland ist der Antiziganismus noch immer tief in der Gesellschaft verwurzelt – die beschämdende Debatte über die sogenannte Z***-Soße lässt grüßen.

Unmöglich? Finden wir auch! Deshalb (nicht nur) heute Gesicht zeigen – für SintIzze, für RomNja, für uns alle! 🧡

Text & Grafik: Julia Kandzia


29. Juli 2021

Jede*r hat das Recht auf Flucht. Egal ob aufgrund der Religion, der politischen Überzeugung, der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, der Nationalität oder sexuellen Orientierung – niemand darf mit einer „begründeten Furcht vor Verfolgung“ zurückgewiesen werden. So wurde es zumindest gestern vor 70 Jahren – am 28. Juli 1951 – in der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) festgelegt.

Die GFK – verabschiedet kurz nach Ende der beiden verheerenden Weltkriege – war eines der ersten Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen … und wird von der Nobelpreisträgerin EU zunehmend mit Füßen getreten.

❌ Illegale Pushbacks im Mittelmeer.
❌ Unrechtmäßige und teilweise gewaltsame Zurückweisungen in den kroatisch-bosnischen und türkisch-griechischen Grenzgebieten sowie in Melilla, Ceuta und vielen anderen Orten.
❌ Die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettungsmissionen wie @seawatchcrew, @missionlifeline oder @seaeye_org.
❌ Die Finanzierung von unmenschligen Lagern oder Zäunen an den Außengrenzen.
❌ Das Wegschauen bei – bzw. die Unterstützung von – illegalen Machenschaften der lybischen Küstenwache.
❌ Das Ignorieren und Aufschieben von Notrufen sinkender Schiffe.
❌ Die Weigerung zur Aufnahme von Menschen aus den Lagern, trotz der expliziten Aufnahmebereitschaft zahlreicher Städte und Kommunen, die sagen #wirhabenplatz.
❌ Die konsequente, eiskalte Verleugnung fundamentaler Menschenrechte von Menschen auf der Flucht.

Was in der GFK einst in internationalem Konsens beschlossen wurde, scheint lange vergessen.

Die „Festung Europa“ – verantwortlich für tausende Menschenleben – hat ihr Recht auf Feiern schon lange verwirkt. Allerhöchste Zeit für sie, ihren Pflichten endlich nachzukommen!!1!

Text & Grafik: Julia Kandzia


23. Juli 2021

Alles Einzelfälle? Laut einer in dieser Woche veröffentlichten Statistik des Berliner Senats registrierte die Polizei in Berlin zwischen den Jahren 2018 und 2020 insgesamt 6.309 Kriminalfälle mit einem politisch rechten Motiv. Allein dieses Jahr kam es in der Hauptstadt bereits zu 766 rechten Straftaten (Stand 05. Juli 2021).

Volksverhetzung, Beleidigungen, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Totschlag. Rechtsextreme Ideologien sind brandgefährlich. Ihre Anhänger*innen sind auch in einer weltoffenen Stadt wie Berlin vertreten und treiben hier ihr Unwesen. Sie sind teilweise unberechenbar und oft Wiederholungstäter*innen, sie bedrohen aktiv Menschen(leben), verbreiten ihren Hass mal subversiv, mal ganz offen und schlagen zu, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet – leider immer häufiger wieder im wahrsten Sinne des Wortes.

Umso wichtiger ist es, dass wir als solidarische und weltoffene Stadtgesellschaft zeigen: nicht mit uns! Viele Bündnisse wie @berlingegennazis, die @omasgegenrechts.berlin, das @bbgegenrechts, der @berliner_ratschlag, die @offenegesellschaft oder das @buendnisnk (uvm!) sind schon seit vielen Jahren aktiv und unermüdlich dabei – und wir lieben es 🧡 An Balkonen hängen Solibanner, an den Häusern prangen Messages à la #fcknzs und auch viele Clubs, Bars, Theater, Läden und sonstige Einrichtungen sagen klar: bei uns ist kein Platz für Nazis.

Doch wer unbedingt nachziehen muss ist … drei Mal dürft ihr raten: die Politik! Es braucht mehr Zahlen, mehr Aufklärung, mehr Unterstützung von Betroffenen und Präventionsarbeit für Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene. Es braucht eine langfristige und ausreichende Finanzierung von Projekten, die sich gegen menschenfeindliche Ideologien und für eine tolerante, solidarische Gesellschaft einsetzen. Und es braucht eine selbstkritische, veränderungsbereite Einstellung von Institutionen wie Polizei, Justiz und Schule, die selbst – leider und noch lange nicht – nicht vor rechtextremen Vorfällen gefeit sind. Es ist Zeit. Und zwar allerhöchste.

Text & Grafik: Julia Kandzia


13. Juli 2021

TW: Rassismus // Gesicht zeigen gegen Rassismus – im Fußball und überall! Die drei Schwarzen Fußballer Marcus Rashford, Bukayo Saka und Jadon Sancho der englischen Nationalmannschaft verschießen im EM-Finale gegen Italien ihre Elfmeter. Als Reaktion ergießt sich eine riesige Welle Hass und rassistischer Beleidigungen über die drei Spieler in den sozialen Netzwerken – dies verurteilen wir zutiefst!

Hier zeigt sich wieder, dass der Respekt gegenüber Schwarzen Fußballer*innen an Erfolg geknüpft ist: Wenn sie zum Gewinn der Mannschaft beitragen, sind sie die Lieblinge der Nation. Doch sobald sie nicht den gewünschten Erfolg bringen oder Fehler machen, werden sie zur Zielscheibe des rassistischen Mobs.

Auch das Wandgemälde von Marcus Rashford in Manchester wurde in Folge des Spiels mit hasserfüllten Kritzeleien beschmiert. Glücklicherweise reagierten die Manchester Fans hier schnell: Sie überklebten die rassistischen Beleidigungen und überdeckten die Wand mit liebevollen und bestärkenden Botschaften an den jungen Fußballstar. #LoveSpeech in Aktion! Wir fordern: Solidarität und Respekt, im Fußball und überall!

Text & Grafik: Sonja Folsche


05. Juli 2021

Schluss mit der Lethargie gegenüber der AfD und ihrer Stiftung! ✊

Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und Träger der politischen Bildung – darunter auch @gesichtzeigen – fordern in einem „Manifest der Zivilgesellschaft“ die Fraktionen im deutschen Bundestag dazu auf, ihre passive Haltung gegenüber Parteien wie der AfD und ihrer Desiderius-Erasmus-Stiftung aufzugeben und aktiv unsere demokratische Werte zu verteidigen. Es wird höchste Zeit ein Demokratiefördergesetz auf den Weg bringen, welches sicherstellt, dass keine Steuergelder in verfassungsfeindliche Inhalte fließen!

Denn die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung soll seit ihrer Gründung rechtem Gedankengut ein bürgerliches, intellektuelles Antlitz verleihen. Dabei ist ihr Führungspersonal alles andere als bürgerlich: Neben Erika Steinbach und Max Otte tummeln sich sowohl im Vorstand wie auch Kuratorium u.a. Homofeind*innen und Rassentheoretiker*innen, völkische Pseudowissenschaftler*innen und knallharte Rechtsradikale aus dem Umfeld der Identitären Bewegung und des Antaios-Verlags.

Text & Grafik: Sonja Folsche


25. Mai 2021

TW: Rassismus // Heute vor einem Jahr starb George Floyd. Es fühlt sich wie gestern an. Floyd war verdächtigt worden, mit Falschgeld bezahlt zu haben. Vier Polizisten waren an seiner Festnahme beteiligt. Einer von ihnen – der mittlerweile wegen Totschlags verurteilte Derek Chauvin – kniete so lange auf Floyds Hals, bis dieser trotz mehrfacher Hilferufe qualvoll erstickte. Acht Minuten und 46 Sekunden kämpfte Floyd um sein Leben. Gnade gab es von dem weißen Polizisten und seinen Kollegen keine.

Der Satz „I can’t breathe“ wurde deshalb zu einer Art Slogan der anschließenden massenhaften Proteste der #blacklivesmatter-Bewegung – in den USA und weltweit. Allein in Berlin demonstrierten am 6. Juni 2020 mindestens 15.000 Menschen gegen Rassismus. Der Vorfall in den USA löste auch hier in Deutschland (endlich) wichtige Debatten über rassistische Polizeigewalt, Chancen(un)gleichheit, (weiße) Privilegien, Dekolonialisierung sowie strukturellen, institutionellen und Alltagsrassismus aus.

Doch wie viel hat sich seitdem wirklich bewegt in Politik, Schule und den Köpfen der Gesellschaft? Tut sich was oder bleibt alles beim Alten? Wie woke ist Deutschland wirklich?

Was wir selbst tun können, um Rassismus etwas entgegenzusetzen:

🖤 Nicht wegsehen sondern aufmerksam hinsehen, zuhören und uns informieren
🤍 Uns mit Rassismus auseinandersetzen – auch unserem eigenen!
🖤 Sich der eigenen Privilegien bewusst machen > Tipp: Guckt mal bei @tupoka.o oder Peggy McIntosh vorbei, beide haben Beispiele sogenannter „White Privilege“ gesammelt, die euch dabei helfen können!
🤍 Mit anderen über Rassismus sprechen und Bewusstsein dafür schaffen
🖤 Solidarität mit Betroffenen zeigen: im Netz, auf der Straße, im Freundeskreis, dem WhatsApp-Chat, in der U-Bahn, deinem Bücherregal …
🤍 BIPoC-Aktivist*innen unterstützen und sie als Expert*innen für ihre Themen wertschätzen.

Text & Grafik: Julia Kandzia


24. Mai 2021

TW: Suizid // Sie war erst 25 Jahre alt, als Semra Ertan – Tochter sogenannter Gastarbeiter*innen aus der Türkei – sich aus Protest gegen den zunehmenden Rassismus in Deutschland öffentlich selbst verbrannte. Ihre Tat hatte sie zuvor beim @norddeutscherrundfunk angekündigt. Am Morgen des 24. Mai 1982 zündete Semra Ertan sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli in aller Öffentlichkeit selbst an. In der Buchpublikation „Mein Name ist Ausländer“ veröffentlichte ihre Familie später einen Teil ihrer Gedichte, Notizen, Briefe und fotografischen Aufnahmen auf Türkisch und Deutsch. In ihm steht auch das folgende Gedichte aus dem Jahr 1981, welches dem Buch seinen Titel verlieh:

Mein Name ist Ausländer
Ich arbeite hier,
Ich weiß, wie ich arbeite,
Ob die Deutschen es auch wissen?
Meine Arbeit ist schwer,
Meine Arbeit ist schmutzig,
Das gefällt mir nicht, sage ich.
„Wenn dir die Arbeit nicht gefällt,
Geh in deine Heimat“, sagen sie.
Meine Arbeit ist schwer,
Meine Arbeit ist schmutzig,
Mein Lohn ist niedrig.
Auch ich zahle Steuern, sage ich.
Ich werde es immer wieder sagen,
Wenn ich immer wieder hören muss:
„Suche dir eine andere Arbeit.“
Aber die Schuld liegt nicht bei den Deutschen,
Liegt nicht bei den Türken.
Die Türkei braucht Devisen,
Deutschland Arbeitskräfte.
Mein Land hat uns nach Deutschland verkauft,
Wie Stiefkinder,
Wie unbrauchbare Menschen.
Aber dennoch braucht sie Devisen,
Braucht sie Ruhe.
Mein Land hat mich nach Deutschland verkauft.
Mein Name ist AUSLÄNDER.

/

Benim adım yabancı
Burada çalışıyor
Nasıl çalıştığımı biliyorum
Almanlar da biliyor
İşim ağır
İşim pis
Beğenmeyince
Söylüyorum
„Beğenmezsen dön vatanına“ diyorlar
İşim ağır
İşim pis
„Ben de vergi veriyorum“ diyorum
Devam edeceğim demeye
Hep böyle duyarsam
„Kendine başka iş ara“
Fakat kabahat Almanlarda değil
Türklerde değil
Türkiye‘nin dövize ihtiyacı vardı
Almanya’nın işçiye
Türkiye bizi Avrupa’ya yolladı
Evlatlık çocuk
Lüzumsuz insan gibi
Her şeye rağmen
İhtiyacı vardı
Dövize, sakinliğe
Türkiye beni yabancı devlete yolladı
İsmim YABANCI oldu

Text & Grafik: Julia Kandzia


23. Mai 2021

Happy Birthday Grundgesetz! Wusstet ihr, dass bei der Abstimmung über das Grundgesetz am 23. Mai 1949 der Andrang von Zuschauer*innen und Presse so groß war, dass zusätzlich Stühle nach draußen vor das geöffnete Fenster der Aula in Bonn gestellt wurden? 61 Männer und (gerade mal) vier Frauen des Parlamentarischen Rates stimmten damals über unsere Verfassung ab, an deren wichtige Artikel 72 Jahre später von Seiten der Zivilgesellschaft, Aktivist*innen oder NGOs leider immernoch viel zu häufig erinnert werden muss.

Gerade in Zeiten von Klimakrise, Flucht, Vertreibung, Corona und steigenden Zahlen antisemitischer und rassistischer Vorfälle, scheint eine Rückbesinnung auf die im Grundgesetz formulierten Rechte aller (!) Menschen deshalb besonders wichtig! In diesem Sinne möchten wir diesen Tag zum Anlass nehmen, dich – liebes Grundgesetz – einerseits gebührend zu feiern, dich hochleben zu lassen und auf dich anzustoßen – denn es ist toll, dass es dich gibt!

Zum anderen möchten wir daran erinnern, dass vor dem Gesetz immernoch manche Menschen gleicher behandelt werden, als andere, die Würde vieler Menschen Tag für Tag verletzt oder in Frage gestellt wird und auch in Deutschland viele Teile der Gesellschaft immernoch nicht frei, selbstbestimmt und in Sicherheit leben können.

Das Grundgesetz ist ein Segen, der nicht selbstverständlich ist und uns – komme was wolle – auf immer erhalten bleibt. Es muss verteidigt werden vor denen, die es anzugreifen oder zu instrumentalisieren versuchen. Deshalb heißt es für uns alle auch weiterhin: Solidarität, Mut und Gesicht zeigen! Für unser Grundgesetz und für eine weltoffene Gesellschaft, in der sich alle (außer Nazis) sicher, frei und wohl fühlen können 🧡

Text & Grafik: Julia Kandzia


17. Mai 2021

Lieb doch, wen du willst! Jährlich am 17. Mai erinnert der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie daran, dass weltweit – und auch in Deutschland – Menschen immernoch ausgegrenzt, bestraft und diskriminiert werden, nur weil sie in ihrer Geschlechteridentität oder sexuellen Orientierung vom heteronormativen Mann-Frau-Bild abweichen.

Zur Geschichte des Tages schreibt @maneo_berlin, das „Schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin“, auf ihrer Website: „Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) längst Überfälliges: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Das Europäische Parlament betonte im Januar 2006, dass Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung auf das Schärfste verurteilt wird – eine Kampfansage gegen Homophobie und Hassgewalt, der alle Mitgliedstaaten verpflichtet sind.“

Doch Liebe ist kein Verbrechen, sondern das Schönste, zu dem wir Menschen fähig sind! In diesem Sinne fordern wir mehr davon – egal wer, wie, wen und warum 💖

Text & Grafik: Julia Kandzia


17. Mai 2021

Weil wir es nicht oft genug sagen können: Wir verurteilen jegliche antisemitischen Angriffe auf Menschen oder Einrichtungen – in Deutschland und weltweit! Die fürchterlichen Geschehnisse in Nahost rechtfertigen in keinster Weise gewaltsame Übergriffe auf jüdische Menschen, die lediglich aufgrund ihres Glaubens mit der Situation in Verbindung gebracht und stigmatisiert werden.

Gesicht Zeigen! setzt sich seit der Gründung des Vereins vor 20 Jahren konsequent gegen Antisemitismus, Rassismus, Islamophobie und jegliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ein, die unsere solidarische Gesellschaft angreifen und Menschen auszugrenzen versuchen. Wir sind überzeugt: Gewalt, Hetze und Hass sind niemals eine Lösung für Probleme – so festgefahren und komplex die Gründe dafür auch sein mögen.

Ihr seid (auch) ein bisschen überfordert von den ganzen Infos auf Social Media und fragt euch, was ihr selbst in dieser Situation tun könnt? Das erklärt @brandnewbundestag in einem tollen Post zum Thema (danke dafür! 🧡), den wir euch hier kurz zusammenfassen:

1️⃣ Informiert euch über unterschiedliche Quellen zum Thema und tauscht euch mit Freund*innen über das Geschehen aus.
2️⃣ Reflektiert eure eigene Position und Bezüge, welche ihr zu den Geschehnissen (nicht) habt und erkennt an, welche Bedeutung diese für eure Meinungsbildung haben können.
3️⃣ Fragt nach und versteht, dass Personen mit jüdischem oder palistinänsischem Hintergrund euch weder eine Antwort zur aktuellen Situation schuldig, noch für die Taten der vor Ort agierenden Gruppen verantwortlich sind.
4️⃣ Hört denjenigen Menschen in eurem Umfeld zu, deren Familie, Bekannte oder Freund*innen im betroffenen Gebiet sind und fragt, was ihr gerade für sie tun könnt.
5️⃣ Akzeptiert und respektiert aber auch, dass nicht jede Person sich mit dem Thema auseinandersetzen, positionieren oder eine Meinung dazu haben muss.
6️⃣ Zeigt Gesicht und steht auch weiterhin dazu, dass Hetze, Hass und Diskriminierung aufgrund von Zugehörigkeiten oder Religion niemals (!) okay und konsequent abzulehnen sind. Jetzt, immer und überall! ✊

Text & Grafik: Julia Kandzia


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