Was bewegt die Jugend? – Auswertung unserer Kampagne WAS WÄR WENN

Endlich konnten wir uns den spannenden Antworten der Jugendlichen widmen, die sie uns im Rahmen der Kampagne gegeben haben! Vor allem anhand der Fragebögen und Fragesticker wurde dabei besonders deutlich, dass sich die Jugendlichen mehr Mitbestimmung wünschen und das „überall“. So veranschaulicht es auch die Wortwolke.

„Die Alten bestimmen darüber, was mit uns passiert“, so drückte es eine Person auf Instagram aus und spricht damit einen Punkt an, der bei vielen Reaktionen auf unsere Social Media-Kampagne WAS WÄR WENN deutlich wird. So kritisieren Jugendliche, dass sich ihre demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten hauptsächlich auf die Teilnahme an Demonstrationen und dem Ausüben von öffentlichem Druck beschränken. Mehr Partizipation fordern Jugendliche vor allem dort, wo es sie persönlich betrifft: In der Schule, in ihrem Wohnort und wenn es um ihre Zukunft geht. Denn den Jugendlichen ist sehr bewusst, dass z.B. der Klimawandel die Lebensrealität ihrer Generation prägen wird.  

Neben Umweltschutz sind Bildung, Rassismusbekämpfung und Chancengleichheit die wichtigsten Themen, die vielfach angesprochen wurden. Zudem gab es (mit Sicherheit auch durch die Beteiligung des Influencers Leon Content) viele Kommentare aus der LGBTQI-Community. Diese zeigen deutlich, dass queere Menschen immer noch unter der fehlenden Akzeptanz innerhalb der deutschen Gesellschaft leiden und in ihrem Alltag Benachteiligung und Ausgrenzung erleben. 

Darüber hinaus konnten wir feststellen, dass die allermeisten Teilnehmer*innen von WAS WÄRE WENN Demokratie, Freiheitsrechte und Wahlen schätzen. Allerdings ziehen sich auch demokratie- und menschenfeindliche Kommentare durch alle Mitmach-Aktionen der Kampagne. So wurde Leon Content Zielscheibe einer Welle von Hasskommentaren auf Instagram. Diesen Angriff verurteilen wir zutiefst! Niemand sollte Hass und Hetze im Netz ausgesetzt sein. Was ihr persönlich dagegen tun könnt, erfahrt ihr hier in unserem Instagram-Guide zum Thema Hate Speech. Denn wir bei Gesicht Zeigen! möchten alle dazu ermutigen, gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit aktiv zu werden – auch im Netz! 

Unsere Social Media-Kampagne erhielt 710.000 Views und 50.000 Likes auf Instagram. Inhaltlich werteten wir knapp 1.000 Kommentare und 300 Antworten in Fragebögen und Fragestickern aus. Diese rege Beteiligung freut uns natürlich sehr. Wir sagen: Vielen Dank für’s Mitmachen! 

Hintergrund zur Kampagne: 

Diese Kampagne ist Teil unseres neuesten Bildungsprojekts Das mobile Demokratielabor unseres Vereins Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland. Mit diesem Projekt wollen wir praktisch und alltagsnah neue Zugänge zu Demokratie entwickeln und rufen Jugendliche dazu auf, mitzumachen und sich einzubringen. Damit schaffen wir einen Raum für spielerisches Verstehen von Demokratie. Fächer- und unterrichtsübergreifend ermutigen wir die Jugendlichen, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Das Modellprojekt wird im Rahmen des Programms »Demokratie leben!« durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.