Acht gute Gründe, wählen zu gehen

Es gibt keine Ausreden

Acht gute Gründe, die Stimme abzugeben

In einer Demokratie dürfen wir wählen. Das ist nicht selbstverständlich. Durch Wahlen wird die politische Macht regelmäßig neu verteilt. Und wir können durch die Wahl mitbestimmen. Bei den Landtagswahlen im September steht aufgrund zu niedriger Beteiligung zu befürchten, dass vor allem rechtsextreme und populistische Parteien zu den Gewinnerinnen zählen könnten. Vielleicht war es nie so spürbar wie jetzt, dass es bei den Wahlen in diesem Jahr um die Zukunft der Demokratie geht.

Deshalb hier für Sie gesammelt und zusammengestellt: Acht gute Gründe, zur Wahl zu gehen: 

1.) Weil es Ihr Recht und Privileg ist!

An Wahlen teilzunehmen, ist ein großes Privileg. Auch darum sollten Sie Ihre Stimme abgeben! Fakt ist, dass nicht in jedem Land Menschen die Chance haben, selbst wählen zu dürfen. In Diktaturen ist das nicht möglich, und in einigen Staaten wird Minderheiten das Recht auf Wahlbeteiligung abgesprochen. Jede*r sollte daher das Recht auf Mitbestimmung über die Volksvertretung nutzen, auch und gerade auf Landesebene oder in den Parlamenten von Gemeinden und Landkreisen.  Denn der Alltag der Menschen wird von Gesetzen bestimmt, die von den Landtagen beschlossen werden. Und von den Regelungen, die von Gemeinderäten oder Kreistagen beschlossen werden.  

2.) Weil Sie mit Ihrer Wahl entscheiden, wer als Abgeordnete*r Ihre Interessen vertritt 

Bei den Landtagswahlen entscheiden Sie mit der ersten Stimme, wer als Direktkandidat*in Ihren Wahlkreis im Landtag vertritt. Mit Ihrer zweiten Stimme entscheiden Sie, wie stark die Partei wird, für die Sie stimmen. Liegt sie landesweit bei mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen, zieht sie in den Landtag ein.  

3.) Weil jede Stimme zählt!

Die Entscheidung, wer in Landtage oder kommunale Parlamente gewählt wird und welche Partei die stärkste wird, kann von wenigen Stimmen abhängen — im Zweifel genau von Ihrer. Ihre Stimme kann Ihrer Partei zur Mehrheit verhelfen und diese kann dann die Politik in Ihrem Sinne gestalten. Ihre Stimme ist also wichtig und kostbar! 

4.) Weil andere entscheiden, wenn Sie nicht wählen!

Werden Stimmen nicht abgegeben, gehen sie verloren. Wer nicht wählt, verschenkt seine Stimme und lässt andere über die Zukunft entscheiden. Wenn Sie also nicht wählen gehen, werden andere entscheiden, wer Sie vertritt. Es gilt ganz einfach: Wenn ich selbst mitentscheiden will, wer regiert, muss ich wählen.  

Politische Entscheidungen, die heute getroffen werden, beeinflussen die Zukunft. Besonders junge Menschen sind von diesen Entscheidungen betroffen. Gehen sie heute nicht wählen, dann verzichten sie darauf, ihre eigene Zukunft mitzubestimmen. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern können bereits 16-Jährige ihre Stimme abgeben. Auch bei vielen Kommunalwahlen sind 16-Jährige stimmberechtigt. 

5.) Weil wählen vor Extremismus schützt

Wer aus Protest gegen die etablierten Parteien nicht zur Wahl geht, unterstützt Extremist*innen.  

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: In Ihrem Wahlkreis gibt es 1000 Wahlberechtigte, darunter sind 150, die eine extreme Partei wählen wollen. Diese 150 gehen zur Wahl, von den 850 übrigen bleiben allerdings 400 aus Protest zu Hause. Also geben insgesamt 600 geben ihre Stimme ab und die extremen erzielen einen Stimmanteil von 25 Prozent. Verzichten allerdings nur 100 auf ihr Wahlrecht, geben insgesamt 900 Menschen ihre Stimme ab. Dann sinkt der Anteil der 150 extremen Stimmen auf 16,7 Prozent.  

Machen zu wenig Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch oder enthalten sich, besteht also eine deutlich höhere Gefahr, dass Vertreter*innen extremistischer Parteien gewählt werden und wichtige Entscheidungen fällen oder beeinflussen können .

Also nehmen Sie ihren Kollegen oder ihre Nachbarin, die Großmutter oder den Neffen mit in die Wahllokale und überzeugen Sie Zögernde, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. 

6.) Weil wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen!

Das Bild zeigt pinkfarbene Sticker auf denen steht: Gesicht zeigen GEGEN NAZIS. Rechts unten ist das Loigo des Vereins Gescht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland zu sehen. Und die Internetadresse www.gesichtzeigen.de

Die Landespolitik entscheidet über viele Themen, die Menschen in Zukunft betreffen werden und die auch heute ganz konkret den Alltag bestimmen. Wenn Sie zur Wahl gehen, übernehmen Sie Verantwortung dafür, welche Politiker*innen welche Entscheidungen treffen. Nichtwähler*innen verzichten darauf, Verantwortung für diese Zukunft zu übernehmen. Auch die Regelungen, die Gemeinderäte oder Kreistage treffen, bestimmen das Leben der Menschen vor Ort.   

Zudem tragen wir alle eine Verantwortung für das Funktionieren unserer Demokratie. Und deren Grundstein sind Wahlen.  

7.) Weil wählen ein gutes Gefühl erzeugt 

Haben Sie schon einmal bei einer Wahl Ihre Stimme abgegeben? Dann werden Sie sicher bestätigen können, dass es schon ein besonderes Gefühl ist, wenn man seinen Stimmzettel in die Wahlurne eingeworfen hat oder der Briefwahlumschlag durch den Briefkasten-Schlitz verschwindet. Am ehesten könnte man dies als eine Mischung aus Aufgeregtheit und Stolz beschreiben. Falls Sie noch nie gewählt haben, freuen Sie sich drauf! Das erleben nämlich nur  wir Wähler*innen! 

8.) Weil keine Ausrede gilt

Die Parteien sind doch eh alle gleich? 

Wer argumentiert: „Die Parteien sind doch alle gleich“, nimmt in der Regel nicht die Mühe auf sich, die Wahlprogramme zu studieren und zu vergleichen. In allen fünf Bundesländern, in denen 2026 gewählt wird, tritt eine große Bandbreite von Parteien und Gruppierungen an. In Baden-Württemberg beispielsweise 21.  

Die Entscheidungen zwischen den Parteien erleichtert auch der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), den es auch für Landtagswahlen gibt 

„Ich kann mich nicht entscheiden… ” 

Ja, es verschlingt viel Zeit und Energie, die Wahlprogramme aller zur Wahl antretenden Parteien und Vereinigungen zu lesen. Aber es gibt Unterstützung durch das Online-Tool der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) für jedes Bundesland einen Wahl-O-Mat ins Netz. Das Online-Tool erleichtert die Entscheidung. Die Thesen des Online-Tools entwickelt eine Redaktion aus Jungwählerinnen und Jungwählern, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung und den Verantwortlichen der bpb.  

„Ich bin am Wahltag im Urlaub”  

Rechtzeitig die Briefwahl beantragen löst dieses Problem. In vielen Städten und Gemeinden funktioniert der Antrag auch ganz einfach online. Infos gibt es hier oder auf Ihrer Wahlbenachrichtigung.

„Ich habe Angst vor den Menschenmengen in den Wahllokalen” 

Rechtzeitig die Briefwahl beantragen löst dieses Problem. In vielen Städten und Gemeinden funktioniert der Antrag auch ganz einfach online. Infos gibt es hier oder auf Ihrer Wahlbenachrichtigung.

„Ich bekomme bestimmt überraschenden Besuch am Wahltag”   

Rechtzeitig die Briefwahl beantragen löst dieses Problem. In vielen Städten und Gemeinden funktioniert der Antrag auch ganz einfach online. Infos gibt es hier oder auf Ihrer Wahlbenachrichtigung.

„Meine Familie sagt, wählen bringt eh nix“ oder „meine Stimme zählt doch nicht” 

Ihre Stimme kann der Partei Ihrer Wahl in den Landtag und möglicherweise in die Landesregierung verhelfen. Dann kann die Partei ihr Bundesland in Ihrem Sinne gestalten. Ihre Stimme ist gerade auch für kleinere Parteien wichtig. Umfragen zufolge liegen einige Parteien knapp über oder unter 5% – da macht jede Stimme einen Unterschied – auch Ihre! 

„Die wichtigen Entscheidungen werden doch eh vom Bund getroffen” oder

„Für mich persönlich ändert sich nix, egal, wer da in Stuttgart/Mainz/Schwerin/Magdeburg/Im Roten Rathaus regiert” 

Der Alltag der Menschen wird von Gesetzen bestimmt, die von den Parlamenten auf Landesebene beschlossen werden.  Ja, der Bundestag und die Bundesregierung sind für viele wichtigen Bereiche wie Außen-, Verteidigungs- oder Rentenpolitik zuständig.  

Aber die Landtage entscheidet zum Beispiel darüber, welche Schulformen es im Bundesland gibt und ob das Abitur an Gymnasien nach acht oder neun Jahren abgelegt wird. In den Kita-Gesetzen werden Beitragszahlungen, Platzvergabe oder personelle Ausstattung beschlossen. In den Zuständigkeitsbereich des Landtags fällt auch die Gesetzgebung für Hochschulen und die Sportförderung. Auch wieviel Geld für den öffentlichen Nahverkehr ausgegeben wird und wie die Windkraft ausgebaut wird, entscheidet das Landesparlament. Es bestimmt zudem über die Ausstattung und Rechte der Polizei oder darüber, ob Krankenhäuser gebaut, erweitert oder geschlossen werden.  Nicht zuletzt regelt der Landtag, ab welchem Alter junge Leute an Landtags- und Kommunalwahlen teilnehmen können. 

Außerdem wählt der Landtag die Landesregierung, die wiederum Vertreter*innen in den Bundesrat schickt. Als zweite Kammer der Volksvertretung auf Bundesebene spielt der Bundesrat eine wichtige Rolle beim Zustandekommen von Gesetzen.  

Sie haben noch eine Ausrede? Dann schreiben Sie uns an kommunikation@gesichtzeigen.de