Frauenfeindliche Straftaten auf Rekordniveau

Die Empörung bleibt aus 
Porträt einer Frau mit Brille vor unscharfem Hintergrund. Daneben steht der Text: „Gewalt gegen Frauen ist kein Nischenproblem.“ Darunter: „Sie ist ein Angriff auf Sicherheit, Freiheit und Gleichberechtigung der Hälfte der Bevölkerung.“ Die Aussage wird Sophia Oppermann, Geschäftsführerin von Gesicht Zeigen!, zugeschrieben. Rechts unten befindet sich das Logo von Gesicht Zeigen!.

Von Sophia Oppermann 

Es gibt Zahlen, die eine Gesellschaft erschüttern müssten. Leider sind das oft genau die Zahlen, die nur kurz registriert werden, bevor der Alltag weitergeht.

Die aktuellen Polizeistatistiken zeichnen ein alarmierendes Bild: Frauenfeindliche Straftaten, die politisch motiviert sind, erreichten 2025 einen Höchststand (819) und stiegen binnen eines Jahres um 46,8 Prozent. Die Zahlen von politisch motiviertem Frauenhass haben sich also fast verdoppelt! Ein Großteil davon wird dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet. Das ist kein Zufall und beweist erneut: Die frauenfeindliche Hetze von Rechtsaußen führt zu konkreten Taten. Dies gesellschaftliche Warnsignal darf nicht ignoriert werden. 

Doch wo bleibt die breite Debatte? 

Gewalt gegen Frauen ist kein Nischenproblem. Sie ist ein Angriff auf Sicherheit, Freiheit und Gleichberechtigung der Hälfte der Bevölkerung. Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts bedroht, beleidigt oder angegriffen werden, dann ist das ein Angriff auf die Grundwerte einer demokratischen Gesellschaft und auf unser Grundgesetz. Und wir dürfen nicht vergessen, dass hinter jedem Fall eine Frau steht, die bedroht, verletzt oder eingeschüchtert wurde und die oft jahrelang mit den Folgen kämpft.  

Warum empört das so wenige?  

Stellen wir uns einen Moment lang vor, irgendeine andere Form politisch motivierter Hasskriminalität wäre innerhalb eines Jahres um fast fünfzig Prozent gestiegen. Würden wir dazu nicht TV-Sondersendungen und Talkshows sehen und politische Forderungen nach Sofortmaßnahmen hören?  

Wenn Frauen betroffen sind, scheint vieles plötzlich weniger dringend. 

Vielleicht liegt das daran, dass Frauenfeindlichkeit längst zum Hintergrundrauschen in einer Gesellschaft geworden ist, die sich gern für modern und gleichberechtigt hält. Bedrohungen, Einschüchterungen, Gewaltfantasien, digitale Hetzkampagnen – all das ist so allgegenwärtig, dass es kaum noch auffällt – zumindest nicht den Männern, die immer noch zum Großteil das Sagen haben und die Debatten bestimmen. 

Dabei sind diese Taten Ausdruck einer Ideologie, die Frauen nicht als gleichwertige Menschen betrachtet, sondern als Objekte, Gegnerinnen oder Besitz. Diese Ideologie breitet sich in sozialen Netzwerken aus, radikalisiert sich Kommentarspalten und findet immer häufiger den Weg in die reale Welt. Ob als häusliche Gewalt, Femizide, sexualisierte Gewalt oder eben politisch motivierte Gewalt gegen Frauen. 

Es ist Zeit zu handeln.  

Das Warnsignal der aktuellen Polizeistatistik leuchtet uns hell rot in Gesicht: Frauenhass muss endlich konsequent als das behandelt werden, was er ist: ein menschenverachtendes Hassverbrechen, das eine Bedrohung für jede Frau und gleichzeitig für Freiheit, Sicherheit und Demokratie darstellt!  

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