Gesicht Zeigen! fordert massive Stärkung der Demokratiearbeit

Wahljahr 2026 wird Härtetest für Demokratie

Berlin, den 15.01.2026 

Angesichts einer besorgniserregenden Zunahme rechtsmotivierter Gewalt und des Superwahljahres 2026 warnt die Organisation Gesicht Zeigen! vor einer schleichenden Normalisierung von Intoleranz und Extremismus. Der Verein fordert für 2026 eine klare politische Kehrtwende und langfristige Absicherung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Der Anschlag auf den Antisemitismusbeauftragten Brandenburgs Andreas Büttner verdeutlicht, dass rechtsmotivierte Gewalt zunehmend den Alltag in Deutschland prägt.  

Der Vorstandsvorsitzender von Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V., Peter Ruhenstroth-Bauer, erklärt dazu: „Wir haben 2025 eine schleichende Normalisierung des Unerträglichen erlebt. Wenn antisemitische Gewalt zum Alltag gehört und rechtsextreme Narrative unwidersprochen bleiben, reicht ein bloßes Bekennen der Politik nicht mehr aus. 2026 wird ein Härtetest für unsere Demokratie. Wir brauchen keine Debatten darüber, ob wir Demokratiearbeit brauchen, sondern wie wir sie endlich massiv und langfristig absichern können.“ 

 Mit fünf Landtagswahlen und Kommunalwahlen in drei Bundesländern steht Deutschland vor einem entscheidenden Jahr. Gesicht Zeigen! sieht die Gefahr, dass die Brandmauer gegen Rechtsextremismus bricht, und damit das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenlebens gefährdet wird. Besonders kritisch ist, dass ausgerechnet zivilgesellschaftliche Organisationen, die die Brandmauer stabil halten, sich zunehmend rechtfertigen müssen.  

 „Es ist paradox und besorgniserregend: Während die Bedrohung von rechts wächst, geraten diejenigen unter Druck, die sich ihr täglich entgegenstellen”, so Ruhenstroth-Bauer. „Wir fordern mehr Mut von Politik und Gesellschaft – Mut, sich klar gegen Rechtsextremismus zu positionieren und diejenigen konsequent zu unterstützen, die täglich Gesicht zeigen. Wer die Zivilgesellschaft schwächt, gefährdet die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratie.“ Die politischen Entscheidungsträger*innen müssen endlich die Rahmenbedingungen schaffen, um die Demokratiearbeit aus der Prekarität zu holen. Nur durch eine entschlossene Stärkung der demokratischen Kräfte kann der wachsenden Intoleranz wirksam begegnet werden.  

 Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. ermutigt Menschen, aktiv zu werden gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie gegen rechtsextreme Gewalt. Gesicht Zeigen! greift in politische Debatten ein, initiiert Kampagnen und entwickelt innovative Projekte, die Vorurteile abbauen und das demokratische Miteinander fördern. Weitere Informationen finden Sie hier. 

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