Gesicht Zeigen! – Seit 25 Jahren aktiv gegen Rechtsextremismus

Staat muss bedrohte Zivilgesellschaft besser schützen und konsequent gegen Demokratiefeinde vorgehen

Anlässlich seines 25. Geburtstag fordert der Verein Gesicht Zeigen! konsequentes staatliches Handeln gegen Rechtsextremismus. „Was wir heute wirklich brauchen, ist der verlässliche Schutz der in Teilen bedrohten Zivilgesellschaft und ein konsequentes Vorgehen von Polizei und Justiz gegen Demokratiefeinde. Die findet man nicht nur in rechten Schlägertrupps, sondern sie sitzen in Führungsetagen, Parlamenten und in der Mitte der Gesellschaft,” so Geschäftsführerin Sophia Oppermann.

Gesicht Zeigen! engagiert sich seit einem Viertel Jahrhundert auf vielen Ebenen für ein weltoffenes Deutschland und gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Bereits im Gründungsjahr betonte Vorstands-Vize Michel Friedman: Der Aufstand der Anständigen muss zum Anstand der Zuständigen führen.“ Dass sich dies auch ein Vierteljahrhundert später noch nicht realisiert hat, ist eine Gefahr für die Demokratie.

Wir erleben nun schon seit längerer Zeit eine Eskalation rechtsextremer Gewalt“, warnt Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorstandsvorsitzender von Gesicht Zeigen!. „Was die Situation heute deutlich bedrohlicher macht als vor 25 Jahren, ist die Tatsache, dass diese Gewalt von einem kulturellen Mainstream getragen wird. Rechtsextreme Ideologien werden dort offen diskutiert, über rechtsextreme Parteien in Parlamente getragen und in Teilen des demokratischen Spektrums begrüßt,” so Peter Ruhenstroth-Bauer. Deshalb sind der verlässliche Schutz von Betroffenen, politische Konsequenzen sowie polizeiliche Repression dringend geboten!

Eine positive Bilanz zieht der Verein bei der Entwicklung der aktiven Zivilgesellschaft: in den vergangenen 25 Jahren sind in ganz Deutschland hunderte Initiativen entstanden, die sich für das eine lebendige Demokratie einsetzen. „Das Bewusstsein ist gewachsen, dass die Errungenschaften der Demokratie von uns Demokrat*innen geschützt werden müssen und unsere offene Gesellschaft kein Selbstläufer ist. Das ist ein großer Erfolg für die Demokratie in Deutschland,” so Ruhenstroth-Bauer. Ziel von Gesicht Zeigen! war von Anfang an, das Engagement mutiger Menschen in vielen Orten zu unterstützen. Inzwischen ist Gesicht Zeigen! bundesweit eng vernetzt und selbst aktiver Teil der solidarischen Zivilgesellschaft.

Nach anfänglicher Konzentration auf bundesweite Kampagnenarbeit startete Gesicht Zeigen! Projekte für politische Bildung und zur Rechtsextremismusprävention. In bislang mehr als 30 Modellprojekten hat der Verein innovativ gewirkt, betreibt in Berlin einen eigenen Lernort politisch-historischer Bildung und hat zuletzt ein mobiles Demokratielabor für Schulen entwickelt. Auch die anderen Projekte im Rahmen der Bildungsarbeit von Gesicht Zeigen! haben das Ziel, Schüler*innen zu bestärken, überzeugte Botschafter*innen für Vielfalt, Toleranz, Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie zu werden. 

Der Gründer des Vereins, Uwe-Karsten Heye, sagte vor 25 Jahren: „Wir brauchen einen langen Atem. Das ist keine Angelegenheit nur für ein paar Wochen.” Den langen Atem hat Gesicht Zeigen! bewiesen und ist durch sein Engagement zu einem Synonym für Zivilcourage geworden.  

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Sophia Oppermann oppermann@gesichtzeigen.de  030 3030808 11