Gesicht Zeigen! zum Weltflüchtlingstag: Solidarität statt Rechtsbruch  

Schutzsuchende aus Afghanistan verdienen Würde und Sicherheit 

Berlin, den 18. Juni 2026

Anlässlich des Weltflüchtlingstags fordert Gesicht Zeigen! von der Bundesregierung, die zynische Doppelmoral gegenüber dem islamistischen Taliban-Regime in Afghanistan umgehend zu beenden. „Die Bundesregierung, insbesondere Innenminister Alexander Dobrindt, muss sich im Umgang mit Schutzsuchenden aus Afghanistan an Recht und Gesetz halten”, so die Geschäftsführerin des Vereins, Sophia Oppermann.

Die Menschenrechtslage in Afghanistan ist unter den Taliban katastrophal: Frauen und Mädchen werden entrechtet, Kritiker*innen, LGBTQ+-Personen sowie Angehörige von Minderheiten verfolgt. Kein westliches Land hat die Regierung anerkannt. Dennoch hat die Bundesregierung Taliban-Vertreter für das Generalkonsulat in Bonn akkreditiert, um Abschiebungen voranzutreiben. Dies ist ein zynischer Bruch mit den eigenen Werten und dem Völkerrecht. Zudem macht sich die Bundesregierung erpressbar: Ein geplanter Abschiebeflug nach Afghanistan musste Medienberichten zufolge abgesagt werden, nachdem die Taliban erfolglos mehr diplomatische Vertreter in Deutschland gefordert hatten.

Deutschland betreibt zudem eine Politik der Abschottung- Die Regierung weigert sich, Zusagen früherer Regierungen einzuhalten, obwohl sie laut Gerichten rechtlich bindend sind. Dutzende Afghan*innen durften von Pakistan aus nicht nach Deutschland reisen, sondern wurden zurück nach Afghanistan abgeschoben und sind dort in Lebensgefahr. Asylsuchende werden rechtlich unzulässig an den Grenzen abgewiesen.

Zudem schob die Bundesregierung nicht nur wie öffentlich verlautet „besonders gefährliche Straftäter” und Gefährder nach Afghanistan ab, sondern auch solche, die wegen geringfügiger Delikte verurteilt wurden.

„Wer vor den Taliban flieht, hat ein Recht auf Schutz – nicht auf Abschiebung in den Tod. Dass Innenminister Dobrindt Gerichtsurteile ignoriert und Geflüchtete an den Grenzen abweist, ist ein Angriff auf den Rechtsstaat”, so Oppermann. „Die Bundesregierung muss ihre Zusammenarbeit mit den Taliban sofort beenden und alle Aufnahmezusagen einhalten.”

Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. ermutigt Menschen, aktiv zu werden gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie gegen rechtsextreme Gewalt. Gesicht Zeigen! greift in politische Debatten ein, initiiert Kampagnen und entwickelt innovative Projekte, die Vorurteile abbauen und das demokratische Miteinander fördern. Weitere Informationen finden Sie hier.

Für Bildmaterial oder Interviewanfragen melden Sie sich gerne bei Sophia Oppermann oppermann@gesichtzeigen.de