Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fordert Gesicht Zeigen! alle Bürger*innen zum Handeln auf. „Erinnerung ist kein Selbstzweck – sie ist Auftrag“, sagt unsere Geschäftsführerin Sophia Oppermann. „Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit sind leider nicht Vergangenheit, sondern bedrohliche Realität. Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden sowie Mitglieder anderer Minderheiten nehmen zu. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dem entgegenzutreten – mit Entschlossenheit und Zivilcourage.“
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Der Jahrestag erinnert an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus: Jüdinnen und Juden, Sinti* und Roma*, Homosexuelle, Angehörige der Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und politische Gegner*innen. Der Gedenktag ist zudem eine Warnung vor den Gefahren von Hass und Intoleranz, die den Massenmord der Nationalsozialist*innen erst ermöglichten. Das Erinnern an diese Ursprünge mahnt, nach Warnzeichen Ausschau zu halten.
„Wer erinnert, übernimmt Verantwortung für eine Gesellschaft, in der Menschenwürde unteilbar ist und in der Ausgrenzung keinen Platz hat“, so Oppermann. „Die aktuelle Realität der Bedrohungen und Angriffe gegen Menschen auf der Straße, in Schulen und im Netz macht deutlich, dass Erinnerungskultur allein nicht genügt, wenn ihr kein entschlossenes Handeln folgt.”
Gesicht Zeigen! gedenkt mit anderen Organisationen der Ermordeten des NS-Regimes. Am 26. Januar werden wir um 17.00 Uhr am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin Kerzen für die Toten entzünden. Wir gedenken der Opfer und zeigen zugleich den Jüdinnen und Juden in Deutschland unsere Solidarität. Wir stehen an ihrer Seite.