Die AfD raubt Jugendlichen die Zukunft

Klimakrise wird negiert - Bildungschancen verschlechtert

Weder in ihrem Europa-Wahlprogramm noch im Grundsatzprogramm formuliert die AfD Vorschläge zur Förderung der Jugend. Die Partei gibt keine Antworten auf grundsätzliche Fragen von Jugendlichen: Wo ist mein Platz in einer globalisierten Welt? Wie verbessere ich meine Bildungs- und Berufschancen? Wie sichere ich meine Interessen angesichts der Digitalisierung? In ihren Programmen wird die Jugend nicht einmal erwähnt.

AfD verschlechtert Bildungschancen

Ihrer aus der Zeit gefallenen Politik treu, will die AfD Kitas, Vorschulerziehung und Ganztagsschulen abschaffen. (Grundsatzprogramm, S.41) Die ersten Opfer wären neben den Eltern die Kinder und Jugendlichen, denen Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten vorenthalten würden. Bereits heute schneidet Deutschland schlecht bei den Pisa-Leistungstests ab. Es ist kein Geheiminis, dass dies mit den mangelnden Investitionen in Bildung zusammenhängt.

Mit der AfD in der Regierung würden sich die Chancen von Kindern und Jugendlichen auf eine gute Bildung weiter verschlechtern. Das gilt gerade für Kinder aus Familien, die nicht zur Oberschicht oder oberen Mittelschicht gehören, denn sie sind besonders auf staatliche Angebote angewiesen. Die AfD behauptet von sich, die Interessen „des Volkes“ zu vertreten – doch tatsächlich lässt sie den Nachwuchs links liegen.

Ende für Erasmus-Programme

Auch schadet die AfD den Interessen der Jugend, indem sie die Europäische Union aufgeben will (Europawahl-Programm, S.10). Das Ende der EU würde das Erasmus-Programm beenden, dank dem Millionen Schüler*innen, Auszubildende oder Studierende Erfahrungen im Ausland sammeln und Freund*innen aus vielen Ländern fürs Leben gewinnen. Die AfD will mit der EU auch die gegenseitige Anerkennung der Zeugnisse und Abschlüsse abschaffen. Die ist aber die Grundlage dafür, dass man vergleichsweise unkompliziert im Ausland arbeiten kann.

Schlagbäume statt Freizügigkeit

Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen heute sind offene Grenzen innerhalb der EU selbstverständlich. Seit 1995 gilt das Schengener Übereinkommen, das die Abschaffung der Grenzkontrollen regelt. Mit der AfD würden Reisen ins Ausland wie früher zum Hürdenlauf, denn sie will Kontrollen an den Staatsgrenzen wieder zum Normalfall machen und die gemeinsame Währung abschaffen. Das symbolisiert nur zu gut die fehlende Weltoffenheit.

Verbrannte Erde

Den nachwachsenden Generationen überlässt eine Politik à la AfD verbrannte Erde. Es bleiben nur noch wenige Jahre, um einer katastrophalen Aufheizung der Erdatmosphäre vorzubeugen, durch Verringerung der Emissionen von Klimagiften wie CO2. Nicht nur unter Wissenschaftler*innen, auch zwischen den Staaten gibt es darüber einen Konsens. Deutschland ist keinesfalls Vorreiter in Sachen Klimaschutz: Unsere CO2-Emissionen pro Kopf liegen über dem EU-Durchschnitt.

Die AfD aber leugnet den menschengemachten Klimawandel und will „Schluss mit der Klimaschutzpolitik“ (Grundsatzprogramm, S. 79). Die Partei lehnt sogar das Pariser Klimaabkommen ab. Die Aufheizung der Erdatmosphäre, die zu Waldbränden, Hitzewellen und austrocknenden Böden, aber auch zu Starkregen und Überschwemmungen führt, soll ungehindert weitergehen.

Schon heute leiden wir in Europa unter einer zunehmenden Zahl außergewöhnlicher Klimaereignisse, wie die Phasen von Dürren und Starkregen zeigen. Ganz Ostdeutschland leidet unter einem langfristigen Wasserverlust in den Böden. Auf allen Kontinenten wären Armut, menschliches Leid und Artensterben die Folge einer Politik à la AfD.