Module
Module
Wir setzen bei unserer Arbeit auf Module, die fest in den Unterrichtsplan integriert werden. Als außerschulischer Bildungsträger führen wir demnach nicht nur einzelne Projektage durch, die im Unterrichtsalltag schnell wieder vergessen sind, sondern erarbeiten mit den Lehrkräften an einer Strategie, die langfristig wirkt und verändert. Aus den erprobten Modulen entsteht Material für den Unterricht, welches an den Ressourcen der Lehrkräfte und der SchülerInnen ansetzt und somit erfolgreich Einfluss auf die Unterrichtsentwicklung nimmt.
Identitätsmodul
Identitätsbildung ist grundsätzlich mit der (zeitweisen) Abgrenzung gegenüber anderen Menschen und sozialen Gruppen verbunden. Problematisch ist dies dann, wenn die Abgrenzung von anderen mit der Vorstellung gekoppelt wird, dass die anderen nicht gleichwertig sind. Da jede/r im Alltag mit Ungleichwertigkeitsideologien konfrontiert wird, werden diese auch immer wieder übernommen, um die eigenen Person und/oder Gruppe zu definieren.
Dieses fortlaufende Modul soll diesen Vorgang „abschwächen”, indem Identität als wandelbar, veränderbar, (punktuell) wählbar und multipel erfahrbar macht.
„Identität” bezieht sich dabei auf alle Eigen– und Fremdgruppenkonstruktionen (Mädchen, Junge, Hip-Hopper/in, Schüler/in, Migrantin etc.). Angelehnt an die Diversity– und Anti-Bias Pädagogik wird Vielfalt in der Gruppe, aber auch in der eigenen Identität sichtbar und schätzenswert.
Wesentliches Element dieses Moduls ist das „Identitätstagebuch”. Dieses wird bis zum Ende der Schulzeit von den SchülerInnen fortlaufend geführt. Die vorhandenen Eigenschaften, Vorlieben, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale aber auch die ganz persönlichen Ziele in naher und ferner Zukunft, werden dort immer wieder abgefragt. Die SchülerInnen beschreiben Zielgruppengerecht ihre Erfahrungen und Einschätzungen zur eigenen Person, Denk– und Verhaltensmuster können so individuell reflektiert und hinterfragt werden. Veränderungen im Verlauf der Schulzeit können dadurch bewusster erlebt und mit den eigenen Wünschen und Zielen abgeglichen werden.
Monitoring
Das Monitoring ist ein fester Bestandteil der Schulwoche. Das Verfahren selbst umfasst die immer wiederkehrende Aushandlung von Themen, die die Klasse betreffen. Die zu verhandelnden Themen werden von der ganzen Klasse demokratisch gewählt, basisdemokratische Elemente wie konsensuale Entscheidungsfindungen werden von Beginn an eingeübt und ausprobiert. Langfristig übernehmen die SchülerInnen selbst die Moderation des Monitorings, wodurch sie lernen Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen und Prozesse selbst zu steuern, eine wichtige Qualifikation für die Schülervertretungsarbeit in der Schule und das anstehende Berufsleben.
Die Übungen dieses Moduls zielen darauf, in der Klasse ein diskriminierungskritisches Klima herzustellen. Betroffene lernen im Sinne des Empowernments Strategien zur verbalen „Selbstverteidigung” in einem strukturierten Kommunikations– und Handlungsrahmen. Dabei entwickeln die Schüler/innen neue Kommunikations– und Konfliktbearbeitungskompetenzen. Sie lernen, Schwierigkeiten in der Klasse verbal auszudrücken und Konflikte mit Worten auszuhandeln. Demokratische Verfahrensformen werden eingeübt sowie das Vertreten der eigenen Interessen erprobt.




