Rechtsextreme Parteien und Organisationen verteilen auf Schulhöfen gern CDs mit Liedgut aus der rechten Szene. Diese so genannten Schulhof-CDs spielen für die Rechten eine Schlüsselrolle: Durch sie lassen sich Jugendliche für die rechtsextreme Szene interessieren und in diese hineinzuziehen. Zielgruppe sind mitunter sogar kleine Kinder.
Die politische Satiregruppe Front deutscher Äpfel (FDÄ), bislang vor allem bei Demonstrationen unterwegs, hat darauf jetzt die Antwort: die Apfelfront Schulhof-CD.
Dabei sollen Jugendliche, die sich demokratisch und gewaltfrei gegen Rechts engagieren, in ihrer Haltung bestätigt und Jugendliche, die sich bisher über dieses Thema keine Gedanken gemacht haben, sensibilisiert werden. Pünktlich zum neuen Schuljahr ist die CD erschienen und wird nun in Jugendzentren und Schulen in ganz Deutschland kostenlos verteilt — oder Sie bestellen die Schulhof-CD kostenfrei bei uns.
11. August 2010
Gesicht Zeigen! startet heute mit einem Video eine Online-Kampagne gegen die zunehmende Brutalisierung – auch im Internet. Hintergrund ist die alarmierende Zunahme von gewalttätigen Übergriffen sowie die Verbreitung von Gewaltvideos im Netz. Damit bezieht Gesicht Zeigen! Stellung gegen Gewalt – sowohl reale als auch virtuelle.
Spektakuläre, oft anlasslose Übergriffe von mehreren Tätern auf ein Opfer häufen sich. Oft werden sie per Video dokumentiert und finden so den Weg ins Internet. Dort erfolgt die Verbreitung rasend schnell: Über Videoportale und Social Networks werden Links und Videos mit dem eigenen Netzwerk geteilt und nicht selten innerhalb von wenigen Stunden millionenfach aufgerufen.
Das fordert uns heraus: Ob auf der Straße oder im Netz – überall gelten die Menschenrechte und überall heißt es: Die Würde des Menschen ist unantastbar! Medieninhalte müssen kritisch reflektiert werden, und: Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen fit dafür machen, diese Inhalte zu hinterfragen. Mit dem Video „Es werden immer mehr“ zeigen wir deshalb Gesicht: gegen die Normalisierung von Gewaltdarstellungen, gegen die Verbreitung von Gewaltvideos, gegen die demütigende Darstellung der Opfer von Gewalt!
27. Mai 2010
Am 22. Juli versteigerte die Berliner edition suhrkamp Fürst & Iven autorenbuchhandlung Bücherraritäten zugunsten von Gesicht Zeigen! und der Peter Suhrkamp Stiftung. Zur Auktion kamen zahlreiche Vorzugsausgaben, Sonderausgaben, Plakate und Werbemittel sowie signierte Exemplare u.a. von Christa Wolf, Cees Nooteboom, Isabel Allende und vielen mehr. Die Versteigerung war wirklich gut besucht und zustande kam ein stolzer Erlös für unsere Arbeit gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt.
In der Nacht zum 23. Januar 2010 wurde das Haus der Demokratie in Zossen durch einen Brandanschlag zerstört. Die Tatverdächtigen sind zwischen 13 und 23 Jahren alt und stehen der rechten Szene nahe. Im September 2009 hatte eine Zossener Bürgerinitiative das Haus bezogen und Programme gegen den Rechtsextremismus gestartet.
Rassistische und rechtsextreme Ideen und Taten sind keine Randerscheinung unserer Gesellschaft mehr, und Prozentzahlen von Wahlergebnissen rechter Parteien sagen nicht alles über die wirkliche Verbreitung dieser Einstellungen in der Öffentlichkeit. Der neue ungarische Jobbik und die etablierte italienische Lega Nord sind zwei Markennamen für politisch einflussreiche Strömungen in Ost und West und für ein wirksam vernetztes und europaweit funktionierendes System, das sich nicht von selbst auflösen wird. Es ist an der Zeit, in Europa intelligente und gewaltfreie Strategien gegen rechts, gegen Nationalismus und Rassismus zu entwickeln.
Das 34. Akademie-Gespräch soll aktuelle Gefahren beschreiben, doch vor allem soll es Mut machen zu demokratischer Gegenwehr. Deshalb begleiten Literatur und Musik, Film, Satire und eine Fotoausstellung die Debatte. Die Besucher des Abends sind eingeladen, für ein neues Haus der Demokratie in Zossen Geld zu spenden.
Mit Massenblockaden ist es in den letzten zwei Jahren an Orten wie Dresden, Köln, Jena und Leipzig gelungen, Naziaufmärsche zu stoppen. Das Bündnis Dresden-Nazifrei lädt zu einer Bilanz– und Strategiekonferenz ein, auf der das Konzept der Massenblockaden vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt werden wird.
Die Konferenz richtet sich sowohl an Menschen, die keine oder wenig Erfahrung mit Massenblockaden haben als auch an erfahrene BlockiererInnen sowie OrganisatorInnen von Massenblockaden. Wir werden die vorliegenden Erfahrungen bilanzieren und uns auf kommende Auseinandersetzungen vorbereiten, dabei wird die Übertragbarkeit des Massenblockadekonzeptes auf unterschiedliche Situationen und Themen eine besondere Rolle spielen. Nicht zuletzt dient die Konferenz der Vernetzung von Aktivisten und Multiplikatoren.