Gesicht Zeiger! des Monats

Von nun an stellen wir Euch jeden Monat unsere Gesicht Zeiger! vor. Dabei handelt es sich um Menschen, die etwas bewegen wollen. Die sich nicht einschüchtern lassen, die helfen, Zivilcourage zeigen, die unterstützen und die ihr GESICHT zeigen! In der ersten Folge stellen wir Euch unsere beiden neuen Mitarbeiterinnen vor, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei uns absolvieren.

Sie erzählen, weshalb sie sich bei Gesicht Zeigen! beworben haben, und welche Projekte ihnen am Herzen liegen.

tanjastefania_kl

Die Gesicht Zeigerinnen des Monats Tanja K. (l.) und Stefania V. (r.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanja Krugiolka, 19 Jahre, aus Berlin

 
Seit September 2014 bin ich FSJlerin bei Gesicht Zeigen!. Dafür habe ich mich beworben, weil mich vieles an unserer Gesellschaft stört, so wie sie ist, und ich meine Ärmel hochkrempeln wollte.
In der ersten Februarwoche war ich im Rahmen des FSJs auf einem Seminar. Zusammen mit etwa 20 Leuten bin ich in das ruhige Örtchen Wünsdorf angereist, wo uns drei junge Profis vom Verein mehr als lernen e.V. erwarteten. Sie haben uns im Lauf einer intensiven Woche zu Jugendgruppenleitern ausgebildet.

Unter anderem haben wir geübt, Gespräche zu moderieren. Aus den Ideen und den Erfahrungsschätzen jedes Einzelnen haben wir eine große Menge an Methoden zusammengetragen. Wie Gruppen funktionieren konnten wir ganz praktisch an uns selbst erfahren. Dabei haben wir gelernt, wie wir eine angenehme Atmosphäre schaffen können, in der jeder auf jeden achtet.

Es ging auch viel um uns selbst, was uns ausmacht, was uns prägt und wie andere uns wahrnehmen. Wer selbstbewusst vor einer Gruppe steht, muss sich wortwörtlich zunächst über sich selbst bewusst werden. Der Spaß und das Zusammenarbeiten als Gruppe spielten eine ganz, ganz große Rolle. Diesen Gedanken finde ich bei Gesicht Zeigen! wieder. Das Gelernte kann mir also auch in meinem weiteren FSJ helfen.

Stefania Vittori, 20 Jahre, aus Köln

 
Hallo, ich heiße Stefania und bin eines der neuen Gesichter im Team von „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“. Im Rahmen meines kulturellen Jahres erhalte ich die Möglichkeit, ein eigenverantwortliches Projekt zu gestalten. Die Idee meines Projekts war schnell gefunden: Den Schicksalen, Geschichten, Träumen und Zielen der Flüchtlinge in Berlin Beachtung schenken.

Die Geschehnisse rund um den Oranienplatz oder gar die Demonstrationen der Pegida-Bewegung in Dresden zeigten mir, dass wenige meiner Mitmenschen die Möglichkeit haben, die Schutzsuchenden kennenzulernen und Solidarität zu zeigen. Um Ressentiments und Diskriminierung vorzubeugen, kam mir die Idee zur Erstellung eines Heftes mit Portraits von jungen Flüchtlingen. Das Heft soll gemeinsam mit den Flüchtlingen gestaltet werden und sie vorstellen. Es soll ihnen als Sprachrohr dienen, ihnen Gesichter geben und sie so aus der Masse der Geflüchteten hervorheben.
Neben meiner Arbeit bei Gesicht Zeigen! gebe ich zwei Mal wöchentlich Deutschunterricht in Flüchtlingsheimen in Berlin. So lerne ich auch die Flüchtlinge näher kennen.

Azzir zum Beispiel lebt seit 3 Monaten mit seiner Familie im Flüchtlingsheim in Lichterfelde Berlin. Während unserer letzten Unterrichtsstunde erzählte er mir, dass er nach langer Suche und vielen Enttäuschungen eine kleine Wohnung für seine Familie gefunden hat.

Er sagte: „Wir leben jetzt in einem Palast. Die Wohnung bedeutet für mich und meine Familie endlich anzukommen.“

Die Arbeit mit Flüchtlingen hat mir deutlich gezeigt, dass ehrenamtliches Engagement gebraucht wird. Es ist wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass sie willkommen sind.