Aktiv vor Ort

Wie werde ich aktiv?

Augen auf – Ohren auf – Mund auf. Gesicht Zeigen kann man eigentlich täglich und überall.

Rassismus beschränkt sich nicht auf die rechte Szene. Er begegnet uns überall. Und du kannst überall etwas dagegen tun. Sei es im Schulbus, in der Kneipe, im Sportverein. Hinterfrage dumme Sprüche, widersprich diskriminierenden Äußerungen, lache nicht über blöde Witze und mache klar, dass du anderer Meinung bist.
Überzeugte Rassist*innen oder Nazis werden ihre Meinung sicher nicht durch ein Gespräch ändern. Aber sie spüren den Gegenwind. Und du kannst Zuhörer*innen gewinnen und begeistern. Du kannst klar machen, dass nicht alle denken wie sie.
Sätze, die anfangen mit „ich bin kein Nazi aber….“, „ich hab nix gegen Ausländer, aber…“ oder „man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ leiten allzu häufig rechte Parolen ein. Parolen sind keine Argumente, in der Regel platt, inhaltlich verkürzt und schwer zu widerlegen. Oft scheint es unmöglich, sie zu entkräften, weil sie stark vereinfachen. Die Themen sind komplex, die Parolen zugespitzt.

ABER: weghören oder schweigen wird oft als Zustimmung verstanden. Lass nicht zu, dass rechte Parolen, Propaganda und Hetze unwidersprochen bleiben. Das gilt übrigens auch und in besonderem Maße für soziale Netzwerke!

Sei laut!

Sei laut!

Solidarisiere dich!

Hilf Opfern von verbaler oder tätlicher Gewalt. Schreite ein, wenn du Zeug*in von Pöbeleien oder Übergriffen wirst.
Du sollst nicht den Helden spielen, aber du kannst helfen. Ist eine Gewalt­si­tua­tion bereits eska­liert und die Gefahr für dich sel­bst zu groß, kannst du zumindest folgende Punkte beachten:

Wende dich an Umstehende, rufe laut um Hilfe. Das kann den Täter verwirren und das Opfer entlasten. Sprich direkt Menschen an: „Sehen Sie mal, was hier pas­siert. Fin­den Sie das in Ordnung?”
Nimm Blickkontakt mit dem Opfer auf, mache klar, dass er oder sie nicht allein ist.
Alarmiere möglichst schnell die Polizei, der Notruf funktioniert immer bei Handys.
Melde dich als Zeuge oder Zeugin, wenn es zu einer Anzeige kommt.
Am wichtigsten aber: hilf dem Opfer. Zeige Unterstützung und Solidarität! Opfer rassistischer Übergriffe erzählen oft, dass das Schlimmste war, dass niemand geholfen hat.

Engagiere dich!

Wenn du siehst, dass Nazis in deiner Umgebung aktiv sind, werde aktiv. Suche dir Verbündete, dann überlegt gemeinsam, was ihr tun könnt. Gemeinsam kann man vieles schaffen und gemeinsam ist man stärker!
Ob ihr einen Infostand macht, ein Stadtteilfest plant, eine Diskussionsveranstaltung oder einen Filmabend durchführt – es muss nicht immer gleich die Großdemo sein.

ODER: schließe dich einer schon bestehenden Initiative an. Es gibt viele Projekte gegen Rassismus oder Willkommensinitiativen, die deine Unterstützung brauchen – vielleicht auch in deiner Nähe. Hauptsache, du fängst einfach an.